Zufit Simon bricht mit The Fight Club alle Regeln des zeitgenössischen Tanzes
Alida ZänkerZufit Simon bricht mit The Fight Club alle Regeln des zeitgenössischen Tanzes
Zufit Simon, die in Israel geborene, heute in Deutschland lebende Choreografin, präsentiert mit The Fight Club beim Best OFF Festival in Hannover ihre neueste Arbeit – ein mutiger Bruch in ihrem künstlerischen Schaffen, der Kampf und männliche Energie in den Mittelpunkt stellt. Simon hat sich stets durch das Brechen von Konventionen definiert – sowohl in ihrem Arbeitsprozess als auch auf der Bühne.
Geboren 1980 in Israel, zog Simon vor 25 Jahren nach Deutschland, wo sie sich mit provokanter, grenzüberschreitender Choreografie einen Namen machte. Ihre Stücke entstehen oft aus eigener Verunsicherung heraus, die sie in Performances verwandelt, die das Publikum verunsichern sollen. Kritiker vergleichen ihren Ansatz mit der molekularen Küche: Jedes Element bleibt für sich erkennbar, doch zusammen ergeben sie etwas völlig Unerwartetes.
Ihr erster großer Erfolg war Radical Cheerleading, eine Arbeit über körperlichen Protest, die 2024 mit dem Best OFF Festival-Preis ausgezeichnet wurde. Doch 2016 setzte das Niedersächsische Ministerium für Kunst und Kultur die konzeptionelle Förderung für ihre Projekte aus – ein Rückschlag. Dennoch schuf sie weiter, unterstützt von Spielstätten wie Dietrich Oberländers artblau Tanzwerkstatt in Braunschweig. Die Insolvenz des Berliner LOT-Theaters, einer wichtigen Bühne für ihre Uraufführungen, verschärfte 2024 die Herausforderungen.
Doch ihr Durchhaltevermögen zahlte sich aus: 2025 erhielt sie mit nur 45 Jahren den Münchner Tanzpreis für ihr Lebenswerk. Nun markiert The Fight Club einen weiteren Wendepunkt – weg von abstrakten Formen hin zu roher, konfrontativer Bewegung.
Am 23. April eröffnet die Produktion das Best OFF Festival und festigt Simons Ruf als furchtlose Innovatorin des zeitgenössischen Tanzes. Das Stück zeigt einmal mehr ihre Fähigkeit, sich neu zu erfinden – trotz Kürzungen und schrumpfender Spielräume. Das Publikum erlebt eine Choreografin, die weder vor Traditionen noch vor den eigenen künstlerischen Grenzen zurückschreckt.






