17 April 2026, 18:35

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Mahnmal und Monument zwischen Erinnerung und Streit

Luftaufnahme des Holocaust-Mahnmals für die ermordeten Juden Europas in Berlin, das zahlreiche rechteckige Betonsteine in einem Gittermuster zeigt.

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Mahnmal und Monument zwischen Erinnerung und Streit

Zwei Statuen, tausende Kilometer voneinander entfernt, stehen als stumme Mahnmale für völlig unterschiedliche Geschichten. In Brandenburg erinnert eine Stahlfigur an die Zwangsarbeiter während der NS-Zeit. Unterdessen bleibt ein Denkmal für Christoph Kolumbus in der Nähe des Weißen Hauses ein umstrittenes Symbol – errichtet in einer Phase nationaler Auseinandersetzung mit kolonialer Gewalt.

Die Stahlstatue in Brandenburg wurde 2018 am Eingang des Gutes Neuendorf im Sande aufgestellt. Die Idee dazu stammte von einem Mann, dessen Schwester Jutta Baumwol von dort nach Auschwitz deportiert und ermordet worden war. Sie wäre in diesem Mai 101 Jahre alt geworden. Die schlichte Figur, die im Frühlingslicht glänzt, zieht gelegentlich Besucher an, besonders am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und zum Jahrestag der Befreiung (8. Mai).

Auf der anderen Seite des Atlantiks wurde 2020 eine Statue von Christoph Kolumbus an der Nordseite des Eisenhower Executive Office Building platziert. Der damalige Präsident Donald Trump ordnete ihre Aufstellung während der Black-Lives-Matter-Proteste an, als die Debatten über die koloniale Vergangenheit der USA an Intensität gewannen. Italienisch-amerikanische Gruppen wie die Italian American Organizations United verteidigen das Denkmal als Symbol für Frieden und Schutz.

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Das Brandenburger Mahnmal steht für die Zwangsarbeiter, die in den 1940er-Jahren auf dem Gut Neuendorf schuften mussten. Die Kolumbus-Statue hingegen wurde als Gegenentwurf zu Forderungen nach größerer Aufarbeitung historischer Ungerechtigkeiten positioniert.

Beide Denkmale sind heute Kristallisationspunkte des Gedenkens – wenn auch auf grundverschiedene Weise. Das eine erinnert an das Leid von Menschen wie Jutta Baumwol, das andere bleibt mit den größeren Konflikten um nationale Identität verknüpft. Ihre Präsenz sorgt dafür, dass diese Geschichten – die eine zutiefst persönlich, die andere heftig umstritten – sichtbar bleiben.

Quelle