Aktivistin spendet Weimers umstrittene Gedichte an Nationalbibliothek – trotz seines Stopp-Beschlusses
Alida ZänkerAktivistin spendet Weimers umstrittene Gedichte an Nationalbibliothek – trotz seines Stopp-Beschlusses
Die Aktivistin Martha Root hat die frühe Gedichtsammlung des Kulturministers Wolfram Weimer mit dem Titel „Kopfpilz“ der Deutschen Nationalbibliothek gespendet. Das Buch, das rohe Gedichte wie „Vorfreude“ und „Unglück“ enthält, wurde trotz Weimers jüngster Entscheidung, die Erweiterung der Bibliothek zu stoppen, in den Bestand aufgenommen. Roots Schritt ist Teil einer breiteren Kritik an der Politik des Ministers und seinem früheren Werk.
Root stellte eine digitalisierte Version von „Kopfpilz“ auf Archive.org ein und machte sie damit kostenlos online zugänglich. Zudem plant sie, ein physisches Exemplar zu versteigern, um Gelder für „Lesen Hilft“ zu sammeln – eine Initiative, die linksgerichtete Buchhandlungen unterstützt. Ihre Aktionen folgen auf Weimers Ankündigung im März, die später von seinem Ministerium als „Moratorium“ bezeichnet wurde, den Ausbau der Bibliothek einzufrieren.
Die Aktivistin argumentiert, dass Weimers Weigerung, sich mit seinen frühen, umstrittenen Schriften auseinanderzusetzen, für einen Kulturminister problematisch sei. Sie betont, es gehe ihr nicht um einen persönlichen Angriff, sondern darum, eine öffentliche Debatte über kulturelle Werte anzustoßen. Root ist für provokante Aktionen bekannt – so hatte sie bereits auf dem Chaos Communication Congress eine rechtsextreme Dating-Plattform enttarnt.
Durch die Spende und die Online-Veröffentlichung von „Kopfpilz“ gerät Weimers Vergangenheit zunehmend in den Fokus. Die Versteigerung soll unabhängige Buchhandlungen fördern, die Roots politischer Haltung nahestehen. Die Diskussion über die frühen Werke des Ministers und seine jüngsten Entscheidungen dürfte weiter anhalten.






