27 April 2026, 16:34

Bartsch lehnt Lockerung der Schuldenregeln für Militärausgaben strikt ab

Eine Liniengrafik, die den Trend der nationalen Schuldenzinsen seit der Revolution zeigt, begleitet von erklärendem Text.

Bartsch lehnt Lockerung der Schuldenregeln für Militärausgaben strikt ab

Dietmar Bartsch, haushaltspolitischer Sprecher der Linken im Bundestag, hat sich gegen einen Vorschlag ausgesprochen, die Schuldenregeln für militärische Ausgaben zu lockern. Der von SPD-Fraktionschef Matthias Miersch eingebrachte Plan sieht vor, im Zuge der Spannungen durch den Krieg im Iran zusätzliche Schulden aufzunehmen. Bartsch warnt, ein solcher Schritt könnte die finanzielle Fehlsteuerung verschärfen, ohne echte Verbesserungen zu bringen.

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Bartsch kritisiert seit Langem die Handhabung des deutschen Verteidigungshaushalts und verweist auf Fälle, in denen Milliarden verschwendet wurden. Er betont, dass eine Aussetzung der Schuldenbremse allein für militärische Zwecke – während sie in anderen Bereichen weiter gilt – zu verzerrten Prioritäten führen könnte. Statt dringende Bedarfe in Rente, Gesundheitswesen und Infrastruktur anzugehen, fürchtet er, dass weitere Mittel ohne ausreichende Kontrolle in die Verteidigung fließen würden.

Der Linken-Politiker hinterfragte zudem die Logik des Vorschlags: Nicht die Schulden selbst seien das Problem, sondern wofür das Geld ausgegeben werde. Er verwies darauf, dass bestehende Sondervermögen schlecht verwaltet wurden und versprochene Investitionen sowie Reformen oft ausblieben. Ohne strukturelle Änderungen drohten dem Land seiner Meinung nach langfristig tiefgreifendere Finanzprobleme.

Bartsch ging noch weiter und warf dem amtierenden Bundeskanzler vor, von früheren Zusagen abzurücken. Als Oppositionsführer im Wahlkampf habe dieser umfassende Reformen versprochen – doch davon sei kaum etwas umgesetzt worden, so Bartsch. Er besteht darauf, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt von konkreten Maßnahmen in Bereichen wie Gesundheit und Rente abhänge, nicht von steigenden Militärausgaben.

Die Debatte um die Schuldenbremse entzündet sich vor dem Hintergrund wachsender Forderungen nach mehr Verteidigungshaushalten angesichts steigender geopolitischer Spannungen. Bartschs Widerstand spiegelt breitere Bedenken hinsichtlich der Haushaltsdisziplin und der Gefahr wider, Ressourcen von innenpolitischen Prioritäten abzuziehen. Sein Appell für strukturelle Reformen bleibt bisher unbeantwortet – und wirft die Frage auf, wie künftige Kreditaufnahmen mit den langfristigen Bedürfnissen des Landes in Einklang gebracht werden sollen.

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