Berlins Kulturschaffende kämpfen vor der Wahl um mehr Förderung und politische Aufmerksamkeit
Franziska MentzelBerlins Kulturschaffende kämpfen vor der Wahl um mehr Förderung und politische Aufmerksamkeit
Berlins Kulturszene formiert sich vor den anstehenden Wahlen
Die Initiative „Berlin ist Kultur“ hat eine Aktionswoche gestartet, um vor den bevorstehenden Wahlen bessere Förderung und kulturpolitische Weichenstellungen durchzusetzen. Ziel der Kampagne ist es, Kultur zu einem zentralen Thema der politischen Debatte zu machen.
Im Wahlkampf soll der Slogan „#deinstimmefürkultur“ in der Stadt verbreitet werden. Kultureinrichtungen und Verbände haben zudem „Wahl-Lackmustests“ für Kandidat:innen entwickelt – mit Fragen zu Themen wie Kunstvermittlung in Schulen und anderen kulturellen Prioritäten.
Bei einer kürzlichen Veranstaltung äußerten prominente Vertreter:innen der Szene Besorgnis über die aktuelle Lage der Kulturförderung. Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles, bezeichnete die jüngsten Kürzungen als „fehlgeleitet“. Er berichtete von einer prägenden Theatererfahrung mit 14 Jahren, die sein Leben verändert habe, und warnte vor der drohenden Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße wegen finanzieller Engpässe.
Gabi Dan Droste, Leiter:in des FELD Theaters, verglich die Förderungskrise mit dem Mythos von Ikarus. Tom Streidel, Tischler am Maxim Gorki Theater, betonte, dass steigende Mieten die Zukunft des Theaters gefährdeten. An der Veranstaltung nahmen auch Politiker:innen teil, darunter Katharina Marg von der Linken sowie die Grünen-Co-Vorsitzenden Ronja Losert und Bertram von Boxberg.
In der „Berliner Erklärung“ formuliert die Initiative zentrale Forderungen: Mindestens drei Prozent des Landeshaushalts sollen in Kultur fließen. Zudem werden verlässliche Förderstrukturen und die Einführung eines Kulturfördergesetzes gefordert.
Die Kampagne will die Wahlkampfdebatten in Berlin prägen. Im Fokus stehen die Sicherung stabiler Finanzierung und ein stärkeres politisches Bekenntnis zur Kunst. Die Aktionen und Forderungen der Initiative spiegeln die Dringlichkeit der Lage für die Kultureinrichtungen der Stadt wider.






