21 March 2026, 18:32

Bürger berichten: Wie Baden-Württemberg die Wärmewende wirklich erlebt

Tortendiagramm, das den globalen Verbrauch an erneuerbaren Energien im Jahr 2008 zeigt, unterteilt in Abschnitte für fossile Brennstoffe, Kernenergie, Wasserkraft, Warmwasserheizung, Biomasse, Solarenergie, Geothermie und Biokraftstoffe.

Bürger berichten: Wie Baden-Württemberg die Wärmewende wirklich erlebt

Neue partizipative Untersuchung: Wie gelingt Baden-Württembergs Wärmewende? Start am 17. September

Ab dem 17. September startet eine gemeinsame partizipative Recherche von SWR und CORRECTIV zur Wärmewende in Baden-Württemberg. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Bürgerinnen und Bürger den Umstieg von Öl- und Gasheizungen bewältigen. Das Projekt sammelt persönliche Berichte über Herausforderungen und Kosten, die den Menschen im Zuge des ehrgeizigen Ziels der Klimaneutralität bis 2040 begegnen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Unter dem Titel "Druck im System: Wie betrifft mich die Wärmewende?" wird eine Online-Umfrage Meinungen und Erfahrungen der Bevölkerung erfassen. Ab Oktober öffnen zudem in mehreren Städten Pop-up-Studios, die als Plattformen für Diskussionen und Informationsaustausch über die anstehenden Veränderungen dienen.

Aktuell basieren noch über 73 Prozent der Wärmeversorgung in den baden-württembergischen Kommunen auf Öl und Gas. Um das Klimaneutralitätsziel bis 2040 zu erreichen, muss dieser Anteil auf null sinken. Doch viele lokale Verwaltungen zweifeln daran, dieses Vorhaben umsetzen zu können – als größtes Hindernis nennen sie fehlende finanzielle Mittel. Eine aktuelle Erhebung zeigt: 90 Prozent der Kommunen verfügen nicht über ausreichende Haushaltsmittel, 66 Prozent benötigen mehr Personal, und 88 Prozent fordern klarere rechtliche Rahmenbedingungen für die Planung.

Nur wenige Städte und Gemeinden haben bisher konkrete Fortschritte erzielt. Zu den Vorreitern zählen Dettingen unter Teck, Owen und Bissingen (Landkreis Esslingen), die bereits 2024 genehmigte Wärmepläne vorlegen konnten und erste Maßnahmen einleiten. Dettingen etwa wird ab 2027 sein Wärmenetz auf erneuerbare Energien ausbauen. Wie viele weitere Kommunen ähnliche Schritte unternommen haben, bleibt jedoch unklar – genaue Zahlen liegen nicht vor.

Ab dem 17. September können Bürgerinnen und Bürger ihre Erfahrungen über die Plattform CrowdNewsroom teilen. Das Projekt zielt darauf ab, die realen Auswirkungen der Wärmewende zu dokumentieren – von steigenden Kosten bis hin zu praktischen Schwierigkeiten beim Umstieg auf klimafreundlichere Heizsysteme. Zwischen Oktober und November laden Pop-up-Studios in Stuttgart, Vaihingen an der Enz und Lörrach zu Veranstaltungen ein, bei denen Bürger direkt mit Journalisten und lokalen Entscheidungsträgern ins Gespräch kommen können. Die Räume bieten Informationen, fördern den Dialog und tragen zur Ausgestaltung der laufenden Untersuchung bei.

Die Recherche wird die Kluft zwischen politischen Zielen und der Realität vor Ort aufzeigen. Angesichts der weitverbreiteten Probleme durch Finanzierungslücken und unklare Vorschriften könnten die Ergebnisse künftige Fördermaßnahmen beeinflussen. Die Beiträge der Bevölkerung bilden einen zentralen Bestandteil des Berichts und helfen, ein klareres Bild davon zu zeichnen, was nötig ist, damit die Wärmewende für alle gelingt.

Quelle