Stuttgart 21: Tiefbahnhof startet erst Ende 2026 – mit Übergang bis 2027
Alida ZänkerStuttgart 21: Tiefbahnhof startet erst Ende 2026 – mit Übergang bis 2027
Stuttgart 21: Bahnprojekt verzögert sich weiter – Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs erst ab Dezember 2026
Das Bahnprojekt Stuttgart 21 muss mit weiteren Verzögerungen kämpfen: Die ersten Züge sollen den neuen unterirdischen Hauptbahnhof erst ab Dezember 2026 anfahren. Nicht alle Verbindungen werden jedoch sofort umgestellt – ein Teil des Regionalverkehrs wird den alten oberirdischen Kopfbahnhof noch bis Mitte 2027 nutzen. Das Vorhaben, zu dem neben dem neuen Hauptbahnhöfe auch Tunnelbauten und digitale Aufrüstungen gehören, hat seit seinem Start deutlich an Kosten zugelegt.
Ursprünglich war das Projekt 2009 mit einem Budget von rund 4,5 Milliarden Euro veranschlagt worden. Mittlerweile sind die Ausgaben auf etwa 11,3 Milliarden Euro explodiert. Für die Verzögerungen verantwortlich sind unter anderem Klagen, geänderte Anforderungen, unerwartete geologische Herausforderungen und langwierige Genehmigungsverfahren.
Der neue Tiefbahnhof wird wie geplant bis Dezember 2026 über alle acht Gleise verfügen. Allerdings sieht der schrittweise Übergang vor, dass einige Regionalzüge den bestehenden Kopfbahnhof noch bis Juli 2027 ansteuern. Diese Vorgehensweise soll Störungen minimieren, während die neue Infrastruktur an das bestehende Netz angebunden wird.
Ein besonderes Merkmal von Stuttgart 21 ist die vollständige Digitalisierung: Der Knotenpunkt wird als erster in der Region ausschließlich mit dem Europäischen Zugsicherungssystem (ETCS) betrieben. Die Gäubahn hingegen wird vorerst weiter direkt bis zum Stuttgarter Hauptbahnhof fahren – mindestens bis 2030 – und erspart Reisenden so den Umstieg in Vaihingen. Durch die verzögerte Teilinbetriebnahme bleibt die heutige oberirdische Strecke zum alten Bahnhof vorerst in Betrieb.
Die schrittweise Umsetzung von Stuttgart 21 zeigt die Komplexität bei der Verknüpfung von Alt und Neu: Zwar geht der Tiefbahnhof Ende 2026 in Betrieb, doch der vollständige Umstieg des Regionalverkehrs dauert weitere sechs Monate. Die verlängerte Übergangsphase für die Gäubahn-Strecke sorgt dafür, dass Fahrgäste bis mindestens Ende des Jahrzehnts möglichst wenig Einschränkungen hinnehmen müssen.






