14 March 2026, 18:34

CDU-Politiker Manuel Hagel löst mit altem Video Sexismus-Eklat nach Landtagswahl aus

Ein deutscher Propagandaplakat für die NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa, mit Text, der Informationen über die Partei enthält.

Palmer: "Kann mit der Seele der CDU mitfühlen" - CDU-Politiker Manuel Hagel löst mit altem Video Sexismus-Eklat nach Landtagswahl aus

Ein umstrittenes Video des CDU-Politikers Manuel Hagel hat in Baden-Württemberg nur wenige Tage nach der Landtagswahl einen politischen Eklat ausgelöst. Die Aufnahme aus dem Jahr 2018 zeigt Hagel, wie er einer Schülerin komplementiert, sie habe "rehbraune Augen" – eine Äußerung, die ihm nun Vorwürfe des Sexismus einbringt und von der CDU als "Schmutzkampagne" der Grünen gebrandmarkt wird. Die Grünen, die die Wahl knapp für sich entschieden haben, stehen vor der Herausforderung, das Vertrauen ihrer potenziellen Koalitionspartner wiederherzustellen.

Das Video tauchte in der heißen Phase des eng umkämpften Wahlkampfs am 8. März 2026 auf. Darin macht der heute 29-jährige Hagel, mittlerweile eine bekannte Figur der CDU, Bemerkungen, die schnell viral gingen und wegen ihres Tons scharf kritisiert wurden. CDU-Generalsekretär Tobias Vogt griff die Grünen an und bezeichnete deren Umgang mit dem Video als "Schmutzkampagne", die "Menschen zerstört".

Die Grünen errangen zwar einen knappen Sieg und zogen mit der CDU gleich, konnten sich aber knapp durchsetzen, um die nächste Regierung zu bilden. Cem Özdemir soll Winfried Kretschmann als Ministerpräsident ablösen; die Koalitionsgespräche laufen bereits. Doch die Wut der CDU richtet sich weiterhin auf Hagels Rolle und den Zeitpunkt der Video-Veröffentlichung, den sie als taktischen Schachzug werten.

Der ehemalige Grünen-Politiker Boris Palmer wies Vorwürfe einer gezielten Diffamierungskampagne zurück. Er argumentierte, die Veröffentlichung des Videos gehe auf unabhängige Abgeordnete zurück und nicht auf eine parteiweite Strategie. Palmer räumte zwar die Verärgerung der CDU ein, deutete aber an, dass deren Reaktion tiefere Probleme innerhalb der eigenen Parteikultur offengelegt habe.

Bisher gibt es keine formalen Hindernisse für eine grün-schwarze Koalition. Doch die Grünen müssen beweisen, dass die Veröffentlichung des Videos kein kalkulierter Zug war, wenn sie die Regierung stabilisieren wollen.

Die Folgen des Videos setzen die Grünen unter Druck, das Verhältnis zur CDU zu reparieren. Die Koalitionsverhandlungen hängen vom Vertrauen ab – beide Seiten müssen die Kontroverse hinter sich lassen. Das Ergebnis wird entscheiden, ob die nächste Landesregierung in Baden-Württemberg reibungslos arbeiten kann oder von anhaltenden Spannungen gelähmt bleibt.

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