Emmendingen plant Kürzungen im Nahverkehr – Abendbusse drohen zu fallen
Franziska MentzelEmmendingen plant Kürzungen im Nahverkehr – Abendbusse drohen zu fallen
Der Landkreis Emmendingen hat Sparpläne für den örtlichen Nahverkehr vorgelegt. Die Vorschläge sollen das angespannte Haushaltsbudget entlasten, nachdem die Betriebskosten deutlich stärker als erwartet gestiegen sind. Eine Prüfung durch den Umwelt- und Technikausschuss ist für den 29. Juni angesetzt, die endgültige Entscheidung soll am 20. Juli fallen.
Die Ausgaben für den öffentlichen Verkehr haben die ursprünglichen Prognosen bei Weitem übertroffen – trotz des Ausbaus von Bus- und Bahnverbindungen. Um die finanzielle Belastung zu verringern, schlägt die Verwaltung vor, Verträge für Abendbusse auf bestimmten Erschließungsstrecken zu kündigen. Betroffen wären unter anderem die Gemeinden Elzach, Denzlingen, Kenzingen und Herbolzheim, wodurch jährlich rund 100.000 Euro eingespart werden könnten.
Die betroffenen Kommunen müssten dann selbst entscheiden, ob sie diese Abendverbindungen weiter finanzieren oder ob die Busse bereits ab 20 Uhr nicht mehr fahren. Radikalere Optionen – wie die vollständige Streichung aller Buslinien nach 22 Uhr oder die Reduzierung taktender Verbindungen – wurden zwar diskutiert, werden aktuell aber nicht empfohlen.
Weitere Überlegungen umfassen die Einführung eines Mobilitätspasses, bei dem Anwohner oder Autohalter monatlich in den öffentlichen Verkehr einzahlen würden. Die Verwaltung lehnt diesen Vorschlag jedoch wegen hoher Verwaltungskosten und rechtlicher Bedenken ab. Stattdessen könnten Einsparungen durch eine Optimierung des Schülerverkehrs und des regulären Busbetriebs erzielt werden – was im Haushalt 2027 etwa 200.000 Euro bringen würde.
2026 wird der Landkreis rund neun Millionen Euro an Zuschüssen für den Nahverkehr und den Schülertransport bereitstellen. Zudem ist für 2027 eine Verkehrsuntersuchung geplant, um weitere Kürzungen für 2028 zu identifizieren.
Der Ausschuss wird die Pläne am 29. Juni beraten, der Kreistag stimmt dann am 20. Juli über die Maßnahmen ab. Bei einer Zustimmung könnten die Änderungen die Kosten senken, während grundlegende Leistungen möglichst erhalten bleiben.
