Experte fordert Rückkehr des Baukindergelds für mehr bezahlbaren Wohnraum
Franziska MentzelExperte fordert Rückkehr des Baukindergelds für mehr bezahlbaren Wohnraum
Ein Wirtschaftsexperte hat die Regierung aufgefordert, die beliebte Wohngeldförderung für Familien wieder einzuführen. Matthias Günther, Wohnungsmarktexperte am Pestel-Institut, plädierte in einem am Freitag in der Rheinischen Post veröffentlichten Interview für die Rückkehr des Baukindergelds. Das Programm, das Eltern beim Kauf oder Bau von Wohneigentum unterstützte, war 2021 leise abgeschafft worden.
Das Baukindergeld war eine Förderung der KfW-Bank, die Familien mit Kindern den Erwerb oder Bau von Wohnraum erleichtern sollte. Vor allem Haushalte mit mittlerem Einkommen profitierten davon, was den Bau bezahlbaren Wohnraums anregte. Studien zeigten später, dass der Staat für jeden in die Subvention investierten Euro drei Euro durch die gestiegene Bautätigkeit zurückerhielt.
Günther kritisierte den jüngsten SPD-Vorschlag, einen staatlich gestützten Wohnungsbauer mit privaten Investoren zu gründen. Stattdessen schlug er vor, dass der Staat ein bestehendes Unternehmen wie Vonovia übernimmt. Sein Argument zielt auf Effizienz ab: Die Wiederbelebung des Baukindergelds, so Günther, würde klarere Vorteile bringen als neue, komplexe Modelle.
Das Ende der Förderung 2021 blieb trotz ihrer Auswirkungen auf den Wohnungsbau und die Haushaltsbudgets weitgehend unbemerkt. Günthers Forderung nach einer Wiedereinführung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Politiker nach neuen Lösungen für die Wohnungsnot suchen. Seine Analyse unterstreicht die früheren Erfolge des Programms bei der Förderung von bezahlbarem Wohnungsbau.






