16 April 2026, 18:33

GDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" vor – trotz Reformkurs-Lob

Liniengraph, der die Anzahl der Insolvenzfälle in den Vereinigten Staaten von 1995 bis 2011 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

GDL-Chef Reißen wirft der Bahn "Geldwäschemaschine" vor – trotz Reformkurs-Lob

Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat die Deutsche Bahn (DB) für ihre undurchsichtigen Finanzgeschäfte scharf kritisiert. Er bezeichnete die Unternehmensstruktur als "Geldwäschemaschine" – angesichts intransparenter Abrechnungspraktiken und einer überbordenden Anzahl von Tochtergesellschaften. Trotz seiner Vorbehalte unterstützt Reißen jedoch die jüngsten Umstrukturierungsmaßnahmen von Vorstandschefin Evelyn Palla.

Reißen verwies auf langjährige Probleme bei der Bahn, darunter die interne Verrechnung von Dienstleistungen und die Verwaltung von Hunderten Tochterfirmen. Auf dem Höhepunkt zählte das Unternehmen über 1.000 Beteiligungen, mittlerweile ist die Zahl auf knapp unter 600 gesunken.

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Er lobte Pallas Entscheidung, die Führungsebene um die Hälfte zu verkleinern, und bezeichnete dies als notwendigen Schritt zur Steigerung der Produktivität. Der Gewerkschaftschef befürwortete auch die Entlassung von Sigrid Nikutta, Chefin von DB Cargo, sowie der Finanzvorständin Karin Dohm. Allerdings zeigt er sich weiterhin verärgert über Dohms ursprüngliche Berufung – er wirft dem Aufsichtsrat vor, gewusst zu haben, dass sie für die Position nicht qualifiziert war.

Zwar begrüßt Reißen Pallas Delegation von Verantwortung, fordert sie aber gleichzeitig auf, die operative Steuerung des Schienennetzes stärker selbst in die Hand zu nehmen. Eine straffere Führung könnte seiner Meinung nach die Effizienz steigern, insbesondere im Fernverkehr. Gleichzeitig warnte er, dass Dohms Einstellung noch für künftige Konflikte im Unternehmen sorgen könnte.

Reißens Äußerungen spiegeln eine zwiespältige Haltung wider: Einerseits unterstützt er Pallas Reformkurs, andererseits bleibt er skeptisch, was die finanzielle Transparenz der Bahn angeht. Seine Kritik an früheren Personalentscheidungen deutet darauf hin, dass weitere Spannungen drohen. Unterdessen treibt das Unternehmen unter Pallas Führung die Reduzierung der Tochtergesellschaften und die Straffung der Managementstrukturen voran.

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