19 June 2026, 22:21

Gefangener flieht mit Motorrad nach Mutterbesuch – und wird in Italien geschnappt

Flucht wirft Fragen auf: Mörder bekommt Tagesausgang - Wie kann das sein?

Gefangener flieht mit Motorrad nach Mutterbesuch – und wird in Italien geschnappt

Ein wegen Mordes verurteilter Straftäter, Benjamin F., entkam während eines begleiteten Ausgangs aus dem Gefängnis Celle in Peine (Niedersachsen). Er floh mit einem Motorrad, nachdem er zuvor seine Mutter im nahegelegenen Ortsteil Vöhrum besucht hatte. Der Vorfall hat eine Debatte über die Sicherheit im niedersächsischen Justizvollzug ausgelöst.

Benjamin F. hatte vor seiner Flucht bereits 38 begleitete Ausgänge erhalten. Nach Paragraf 13 des Niedersächsischen Justizvollzugsgesetzes können selbst zu lebenslanger Haft verurteilte Mörder unter bestimmten Bedingungen Freigang gewährt werden. Die Behörden prüfen bei jedem Häftling anhand einer Verhaltensprognose das Risiko von Flucht oder erneuter Straftaten. Im Fall von Benjamin F. waren die Verantwortlichen zu dem Schluss gekommen, dass weder eine Flucht noch ein Missbrauch des Ausgangs für kriminelle Zwecke wahrscheinlich sei.

Für unbeaufsichtigte Aktivitäten oder kurzfristige Beurlaubungen müssen Häftlinge mindestens acht Jahre ihrer Strafe verbüßt haben. Benjamin F. wurde etwa 24 Stunden nach seiner Flucht in Italien wieder gefasst – nach einem Verkehrsunfall, der seiner kurzen Zeit auf der Flucht ein Ende setzte.

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Die Flucht hat die Verfahren des Justizvollzugs erneut in den Fokus der Kritik gerückt. Benjamin F. befindet sich mittlerweile wieder in Haft. Der Fall verdeutlicht die Risiken und Sicherheitsvorkehrungen, die mit begleiteten Ausgängen für langjährige Gefangene verbunden sind.

Quelle