Gesundheitsexperten fordern höhere Steuern auf Tabak und Alkohol für bessere Krankenkassen
Alida ZänkerGesundheitsexperten fordern höhere Steuern auf Tabak und Alkohol für bessere Krankenkassen
Gesundheitsexperten in Deutschland drängen auf höhere Steuern für Tabak, Alkohol und zuckerhaltige Getränke. Das Vorhaben zielt darauf ab, die Raucherquote zu senken und das kriselnde gesetzliche Krankenversicherungssystem zu finanzieren. Zwei führende Vertreter haben nun Pläne vorgelegt, wie die zusätzlichen Einnahmen für Verbesserungen im Gesundheitswesen genutzt werden sollen.
Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), schlug vor, den Preis für eine Schachtel Zigaretten oder eine Flasche Wein um etwa zwei Euro zu erhöhen. Die zusätzlichen Steuereinnahmen sollten seiner Meinung nach direkt in den Gesundheitssektor fließen. Gleichzeitig kritisierte Gassen den SPD-Vorschlag einer Gesundheitsabgabe auf Miet- und Kapitaleinkünfte als weniger wirksam.
Jährlich sterben in Deutschland über 130.000 Menschen an den Folgen des Rauchens, wobei Lungenkrebs eine der häufigsten Todesursachen ist. Gassen ist überzeugt, dass höhere Preise den Konsum verringern und so die Belastung für das Gesundheitssystem mindern würden.
Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen (vdek), unterstützte die Steuererhöhung. Sie verwies darauf, dass höhere Tabakpreise bereits vielen Menschen geholfen hätten, mit dem Rauchen aufzuhören oder ihren Konsum zu reduzieren. Elsner regte an, die Mehreinnahmen zu nutzen, um die Mehrwertsteuer auf Arzneimittel und medizinische Hilfsmittel von 19 auf 7 Prozent zu senken. Dadurch könnten, so ihre Schätzung, die gesetzlichen Krankenkassen jährlich rund sieben Milliarden Euro einsparen.
Gassen betonte zudem die Notwendigkeit, nicht versicherungsfremde Leistungen aus den Beitragsmitteln in die allgemeine Steuerfinanzierung zu verlagern. Dies halte er für einen besseren Weg, um die finanzielle Belastung zu verringern, als neue Abgaben einzuführen.
Sollten die Pläne umgesetzt werden, würden Tabak, Alkohol und zuckerhaltige Getränke teurer werden. Die Steuererhöhungen könnten Milliarden für das Gesundheitswesen einbringen und gleichzeitig die Zahl der rauchbedingten Todesfälle reduzieren. Die Vorschläge müssen nun weiter politisch diskutiert werden.






