17 April 2026, 16:53

Herrenschneiderei und Ostseefischerei: Diese Traditionen sind jetzt UNESCO-Kulturerbe

Alter deutscher Volksfestplakat mit einer Burgen-Illustration umgeben von Häusern und Text.

Herrenschneiderei und Ostseefischerei: Diese Traditionen sind jetzt UNESCO-Kulturerbe

Deutschland hat mehrere neue Traditionen in seine Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Zu den neuesten Anmerkungen zählen die Herrenschneiderei, die Fischereikultur der Ostsee sowie das Schaustellerhandwerk auf Volksfesten. Der Staatsminister für Kultur, Wolfram Weimer, gab gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz und der Deutschen UNESCO-Kommission die aktualisierte Auswahl bekannt.

Die neu anerkannten Traditionen umfassen ein breites Spektrum an Handwerkskünsten, regionalen Bräuchen und Gemeinschaftspraktiken. Die handwerkliche Herrenschneiderei, ein seit langem etabliertes deutsches Handwerk, ist nun ebenfalls vertreten. Ebenfalls aufgenommen wurden die Kultur der Ostseefischerei, das Straßenfußballspiel auf dem Bolzplatz sowie die farbenfrohen St.-Martins-Umzüge im Rheinland. Volksfeste feiern zudem die Aufnahme der deutschen Schaustellerkultur.

Eine ungewöhnliche Ergänzung ist eine skurrile Kleinanzeige aus dem 19. Jahrhundert mit dem Titel "Junger Mann sucht Reisegelegenheit" – ein Text, der zum Symbol des kulturellen Erbes geworden ist. Die Bekanntgabe folgt auf Weimers jüngste Entscheidung, ein Übersetzungsprojekt für palästinensische Autor:innen aus dem Berliner Hauptstadtkulturfonds zu streichen, wobei er sich auf strenge Förderrichtlinien berief.

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Die aktualisierte Liste hat auch Aufmerksamkeit für das regt, was sie nicht enthält. Auffällig fehlen etwa der Döner Kebab und unabhängige linksalternative Buchhandlungen – Auslassungen, die Debatten ausgelöst haben. Auch die SPD-Sommerfest-Bratwurst erhielt keine staatliche Förderung. Unterdessen löste die Streichung des Übersetzungsprojekts Proteste von Kulturminister:innen und Senator:innen in acht SPD-geführten Bundesländern aus.

Die neuen Anmerkungen unterstreichen die Vielfalt deutscher Traditionen – von handwerklichen Fertigkeiten bis zu regionalen Feiern. Die Diskussionen über Auslassungen und Förderentscheidungen zeigen jedoch, wie umstritten der Kulturerhalt bleibt. Die Liste spiegelt nun sowohl langjährige Bräuche als auch unerwartete Symbole des kulturellen Erbes wider.

Quelle