Jan van Aken tritt überraschend als Linken-Chef zurück – und hinterlässt eine gespaltene Partei
Franziska MentzelJan van Aken tritt überraschend als Linken-Chef zurück – und hinterlässt eine gespaltene Partei
Jan van Aken tritt als Vorsitzender der Linken zurück. Seine kurze, aber prägende Amtszeit brachte einen dramatischen Anstieg der Umfragewerte und erneute öffentliche Aufmerksamkeit für die Partei. Der Rückzug erfolgt nach Monaten mutiger Strategien und kontroverser Aussagen.
Unter der Führung von van Aken und Ines Schwerdtner stiegen die Umfragewerte der Linken innerhalb kurzer Zeit von 2–3 auf 8,8 Prozent. Ihr Duo gewann bei der Bundestagswahl im Februar 2025 zudem über 700.000 Wähler:innen, die mit den Grünen unzufrieden waren. Gemeinsam mit Heidi Reichinnek sprachen sie ältere Wähler:innen an und schärften den kurs der Partei in der Außenpolitik.
Van Akens Taktiken – darunter öffentliche Drohungen gegen Unternehmen wie Vonovia – rückten die Linke wieder in den medialen Fokus. Sein als direkt und populistisch beschriebener Redestil löste Debatten aus, stieß aber auch auf Kritik. Bei seiner letzten Pressekonferenz enthüllte er eine schwarze Kiste, mit der er und Schwerdtner über zwei Jahre hinweg eine Höhenunterschied-Illusion erzeugten. Zudem gestand er Journalisten, dass das Duo sie „zwei Jahre lang an der Nase herumgeführt“ habe.
Er lobte Schwerdtner für ihre „absolut herausragende Arbeit“ während ihrer gemeinsamen Zeit. Trotz seiner kurzen Amtszeit als Parteichef ist sein Einfluss auf die Linke unbestritten. Luigi Pantisano soll nun die Nachfolge antreten.
Van Akens Abgang markiert das Ende einer kurzen, aber wandlungsintensiven Phase für die Linke. Der Umfrageaufschwung und die wiedergewonnene Relevanz deuten darauf hin, dass seine Führung nachhaltig wirken wird. Sein Nachfolger steht nun vor der Herausforderung, diesen Schwung zu halten.






