16 April 2026, 16:34

Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest mit Folgen

Cartoon-Illustration eines Mannes in Hut und Mantel, der eine Zeitung und einen Stock hält und vor einem alten Buch namens 'Die Absurditäten des Boykotts' steht.

Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest mit Folgen

Der Komiker Joe Lycett hat aus Protest gegen die aggressive Markenrechtspolitik des Modeunternehmens Hugo Boss seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen. Der Schritt folgt auf eine lange Geschichte des Konzerns, der wiederholt kleine Unternehmen und gemeinnützige Organisationen wegen der Verwendung des Wortes "BOSS" abgemahnt hat.

Lycetts Namensänderung erfolgte, nachdem das Modehaus Hugo Boss mehreren kleinen Organisationen Unterlassungserklärungen zukommen ließ. Die Brauerei Boss Brewing aus Swansea gab beispielsweise 10.000 Pfund für Anwaltskosten aus, nachdem sie eine solche Abmahnung erhalten hatte. Auch die Wohltätigkeitsorganisation DarkGirlBoss sah sich mit rechtlichen Schritten konfrontiert, als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen.

Der 1924 gegründete Modegigant, dessen Jahresumsatz über 2,3 Milliarden Pfund liegt, hat eine umstrittene Vergangenheit: Während des Zweiten Weltkriegs produzierte das Unternehmen Uniformen für die SS. 2011 entschuldigte sich der Konzern öffentlich für die Schäden, die durch seine Kriegsproduktion entstanden waren.

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Lycett betonte, dass er – anders als der ursprüngliche Hugo Boss – keine Verbindung zur Herstellung von NS-Uniformen habe. Seine Namensänderung sorgte am Wochenende auf Twitter für einen viralen Trend. Zudem kündigte der Komiker an, in seiner Verbrauchersendung Got Your Back ein neues Produkt unter seinem neuen Namen auf den Markt zu bringen.

Die Aktion lenkt die Aufmerksamkeit auf die anhaltenden Konflikte zwischen dem Modekonzern und kleineren Akteuren, die den Begriff "BOSS" nutzen. Lycetts Protest hat die Debatte um die Markenpolitik von Hugo Boss in den öffentlichen Fokus gerückt – und seine nächsten Schritte unter seinem neuen Namen dürften das Thema weiter präsent halten.

Quelle