25 April 2026, 02:29

Lastmanagement als Rettung für Süddeutschlands Stromnetze – ohne Mehrkosten

Balkendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Lastmanagement als Rettung für Süddeutschlands Stromnetze – ohne Mehrkosten

Neue Studie von Agora Energiewende: Wie Lastmanagement das Stromungleichgewicht in Deutschland entschärfen könnte

Eine aktuelle Untersuchung der Denkfabrik Agora Energiewende zeigt auf, wie ein gezieltes Nachfragemanagement die Stromversorgungsprobleme in Deutschland lindern könnte. Im Fokus steht dabei Süddeutschland, wo Baden-Württemberg und Bayern zusammen fast 30 Prozent des deutschen Stromverbrauchs ausmachen. Allein die Industrie in diesen Bundesländern verbraucht 55 bis 60 Prozent des regionalen Stroms – ein zentraler Hebel für mehr Flexibilität.

Die Region steht vor einer wachsenden Herausforderung: Während im Norden die Windkraft ausgebaut wird, gehen im Süden zunehmend Erzeugungskapazitäten verloren. Die industriellen Zentren – darunter Frankfurt, Darmstadt, Mannheim, Ludwigsburg, Stuttgart und München – sind auf eine Spitzenlast von rund 14 Gigawatt angewiesen. Fachleute betonen, dass eine intelligente Steuerung der Nachfrage helfen könnte, das Angebot auszugleichen – und das ohne zusätzliche Kosten.

Laut dem Bericht ließe sich kurzfristig über ein Gigawatt Industrieleistung für 30 Minuten bis zwei Stunden drosseln. Auch im Privathaushalt bestünde Potenzial: Durch Lastmanagement könnten weitere 1,3 Gigawatt verschoben werden. Allerdings müssten Unternehmen möglicherweise finanzielle Anreize von mehr als fünf Prozent erhalten, um mitzumachen.

Agora Energiewende argumentiert, dass eine dezentralere Steuerung die Netze entlasten würde. Indem der Stromverbrauch zeitlich angepasst wird, könnte die Industrie den Umstieg auf volatile erneuerbare Energien unterstützen – ohne die Kosten in die Höhe zu treiben.

Die Ergebnisse skizzieren einen praxistauglichen Ansatz, um den Energiebedarf Süddeutschlands zu bewältigen. Durch die flexible Anpassung von Industrie- und Haushaltsnachfrage ließen sich verlorene Kapazitäten ausgleichen und die Netzstabilität verbessern. Die Studie schlägt eine kostenneutrale Lösung vor, die auf bestehende Infrastruktur und flexible Verbrauchssteuerung setzt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle