Leipzig schaltet Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk für die Wärmewende frei
Alida ZänkerLeipzig schaltet Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk für die Wärmewende frei
Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk in Leipzig offiziell in Betrieb genommen
In Leipzig ist Deutschlands größtes Solarwärmekraftwerk feierlich ans Netz gegangen. Dirk Panter, Wirtschaftsminister Sachsens, schaltete die Anlage ein – ein wichtiger Meilenstein für die Pläne der Stadt zur Wärmewende. Nach 18 Monaten Bauzeit wurde das Projekt nun fertiggestellt.
Die Solarthermie-Anlage West erstreckt sich über 14 Hektar und nutzt 13.200 Vakuumröhrenkollektoren des Herstellers Ritter. Eine intelligente Steuerungstechnik passt die Durchflussgeschwindigkeit des Wassers automatisch an die Sonneneinstrahlung an, um die Effizienz zu maximieren. Mit einer Spitzenleistung von 41 Megawatt soll die Anlage im Sommer etwa ein Fünftel des Leipziger Wärmebedarfs decken.
Die Stadt investierte rund 40 Millionen Euro in das Vorhaben, wobei etwa 16 Millionen Euro aus Bundesfördermitteln und weiteren Zuschüssen stammen. Die Effizienz der Anlage kann je nach Kollektortyp und Ausrichtung bis zu 75 Prozent erreichen – damit gewinnt sie pro Hektar etwa dreimal mehr Energie als Photovoltaik.
Leipzigs umfassende Wärmewende-Strategie umfasst weitere grüne Projekte, darunter ein „Power-to-Heat“-System sowie die Einspeisung von Abwärme aus dem Chemiestandort Leuna in das städtische Fernwärmenetz.
Rückgang der Solarwärme-Nutzung auf nationaler Ebene Bundesweit ist die neu installierte Solarwärmeleistung jedoch stark gesunken: 2022 wurden noch knapp 500 Megawatt zugebaut, 2023 nur noch 263 Megawatt und 2024 sogar nur 154 Megawatt. Dennoch zeigt das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, dass solarthermische Anlagen in vielen Fällen kostengünstiger sind als fossile Alternativen – insbesondere für industrielle Prozesswärme.
Das Leipziger Kraftwerk beweist das Potenzial großflächiger Solarthermie. Es wird künftig maßgeblich zur Wärmeversorgung der Stadt in den wärmeren Monaten beitragen und unterstreicht die Bemühungen, erneuerbare Wärmequellen in Deutschland weiter auszubauen.






