RAW-Gelände in Berlin: Räumungsdrohung gefährdet Kulturszene und Wohnungsbau
Franziska MentzelRAW-Gelände in Berlin: Räumungsdrohung gefährdet Kulturszene und Wohnungsbau
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes steht auf dem Spiel, da sich der Konflikt zwischen der Kurth-Gruppe und den lokalen Behörden weiter zuspitzt. Dutzende Demonstranten versammelten sich vor dem Firmensitz des Unternehmens und forderten den Eigentümer auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Das Gelände, einst ein Wartungsstandort der Reichsbahn, beherbergt heute Clubs, Konzertlocations und kulturelle Einrichtungen.
Im Mittelpunkt des Streits stehen der Bau neuer Wohnungen und der Erhalt der historischen Hallen. Die Kurth-Gruppe besteht auf eine beschleunigte Baugenehmigung für den Wohnungsbau, bevor sie die Gespräche fortsetzt. Ohne diese bleibt das Planungsverfahren blockiert.
Das Unternehmen wirft der Berliner Stadtregierung vor, frühere Absprachen gebrochen zu haben. Der Senat und Bezirksvertreter kontern, der Eigentümer gefährde mit seinen Forderungen die soziokulturelle Szene des Geländes. Einige Mieter, darunter der Club Cassiopeia, haben bereits Räumungsklagen erhalten – die Räumungen könnten bereits nächste Woche beginnen.
Seit dem Fall der Berliner Mauer hat sich das RAW-Gelände zu einem Zentrum des Nachtlebens und der Kultur entwickelt. Heute gibt es hier einen Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle, Lagerhallen und Märkte. Das vielfältige Angebot zieht sowohl Einheimische als auch Besucher an.
Die Demonstranten drängen auf eine Lösung, um die kulturellen Räume des RAW-Geländes zu retten. Die Forderungen der Kurth-Gruppe und die Vorwürfe der Stadt haben eine Pattsituation geschaffen. Ohne Kompromiss drohen bald Räumungen, die den Charakter des Geländes unwiderruflich verändern würden.
