18 March 2026, 00:49

Sechs Gemeinden gründen Genossenschaft gegen den Ärztemangel in der Region

Eine Gruppe von Menschen in Kitteln steht um ein Krankenhausbett herum mit zwei Patienten, einige sitzen auf dem Boden, mit medizinischer Ausrüstung und einer Wand im Hintergrund.

Sechs Gemeinden gründen Genossenschaft gegen den Ärztemangel in der Region

Sechs Gemeinden in der Region Bopfingen, Ries und Härtsfeld haben sich zusammengeschlossen, um dem wachsenden Mangel an Hausärzten in der Nähe entgegenzuwirken. Die neu gegründete Genossenschaft IpfMED ist die vierte ihrer Art im Ostalbkreis. Ihr Ziel ist es, die medizinische Grundversorgung langfristig zu sichern – denn fast die Hälfte der Ärzte in der Region steht kurz vor dem Renteneintritt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Aktuell liegt die Versorgungsquote mit Hausärzten in der Region bei 94 Prozent, doch 44 Prozent von ihnen sind über 60 Jahre alt und werden voraussichtlich bald in den Ruhestand gehen. Dieser Trend spiegelt ein landesweites Problem in Baden-Württemberg wider, wo nahezu 1.000 Stellen für Hausärzte unbesetzt sind – und die Zahl steigt weiter an.

IpfMED wird nicht in Konkurrenz zu bestehenden Ärzten treten. Stattdessen plant die Genossenschaft, gefährdete Praxen zu übernehmen oder medizinische Versorgungszentren (MVZ) zu gründen, um attraktive Arbeitsplätze für Ärzte aller Altersgruppen zu schaffen. Zudem bietet das Modell Flexibilität: Die Gemeinden beteiligen sich je nach Einwohnerzahl, während Ärzte je nach Bedarf ein- oder austreten können.

Bopfingens Bürgermeister Gunter Bühler bezeichnete die Initiative als ein "Notbehelf der Gesundheitspolitik" und wies damit auf das Fehlen einer übergeordneten Lösung auf Landesebene hin. Die Genossenschaft folgt früheren Modellen wie MEDWALD, VirnMED und KocherMED, die ebenfalls zur Bewältigung ähnlicher Herausforderungen im Ostalbkreis gegründet wurden.

Mit der nun aktiven IpfMED wollen die sechs Gemeinden die lokale Gesundheitsversorgung stabilisieren, bevor die anstehende Pensionierungswelle den Mangel an Ärzten in der Medizin weiter verschärft. Die flexible Struktur der Genossenschaft ermöglicht es sowohl den Kommunen als auch dem medizinischen Personal, ihr Engagement langfristig anzupassen. Derzeit liegt der Fokus darauf, Praxen zu sichern und neue Ärzte in die Region zu holen.

AKTUALISIERUNG

Regional Initiative Gains Urgency as State Faces Critical GP Shortage

Neue Daten zeigen, dass die GP-Krise in Baden-Württemberg verschärft wird. Wichtige Erkenntnisse aus einem März 2026-Bericht sind:

  • 63,7 GPs pro 100.000 Einwohner (zweit schlechtestes Ergebnis im Land)
  • ~1.000 offene GP-Stellen, die bis 2026 bestehen bleiben
  • Ländliche Gebiete wie Ostalbkreis sind am stärksten von den Engpässen betroffen