SPD-Politiker warnt vor riskanten Cyberbefugnissen für deutsche Behörden
Franziska MentzelSPD-Politiker warnt vor riskanten Cyberbefugnissen für deutsche Behörden
Johannes Schätzl, der digitalpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, warnt vor der Verleihung neuer offensiver Cyberbefugnisse an deutsche Behörden. Seine Äußerungen folgen auf einen Gesetzentwurf, der dem Bundeskriminalamt (BKA) und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Eingriffe in ausländische IT-Systeme ermöglichen würde. Schätzl argumentiert, dass solche Maßnahmen internationale Rechtsstandards verletzen könnten.
Schätzl erkennt zwar die Notwendigkeit an, die Cyberabwehr zu stärken, lehnt offensive Aktionen wie sogenannte Hackbacks jedoch entschieden ab. Er besteht darauf, dass staatliche Eingriffe in fremde Systeme mit etablierten völkerrechtlichen Regeln im Einklang stehen müssen. Ohne solche Schutzmechanismen fürchte er, dass zivile Infrastruktur in Mitleidenschaft gezogen werden könnte.
Der Entwurf sieht vor, dass Behörden Systeme infiltrieren oder manipulieren dürfen, die im Verdacht stehen, an Cyberangriffen beteiligt zu sein. Schätzl hält diesen Ansatz für problematisch, da er klare Beweisgrenzen vor einem Eingriff vermissen lässt. Zudem fordert er eine präzise gesetzliche Definition, was als Hackback gilt, um Missbrauch vorzubeugen.
Seine Warnung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Bundesinnenministerium über eine Ausweitung digitaler Gegenangriffskapazitäten nachdenkt. Schätzl betont, dass neue Befugnisse rechtliche Grenzen wahren und ungewollte Folgen im Cyberraum vermeiden müssten.
Die Bedenken des SPD-Politikers verdeutlichen die Spannung zwischen der Stärkung der Cybersicherheit und der Einhaltung rechtlicher Normen. Sollte der Gesetzentwurf verabschiedet werden, erhielten Schlüsselbehörden weitreichendere Kompetenzen, um ausländische IT-Systeme ins Visier zu nehmen. Schätzls Haltung unterstreicht die Dringlichkeit klarer Regelungen, bevor solche Maßnahmen umgesetzt werden.






