14 June 2026, 14:19

Wehrpflicht-Rückkehr: Warum Tausende junge Männer den Fragebogen ignorieren – und was nun droht

"Unfollow Bundeswehr"

Wehrpflicht-Rückkehr: Warum Tausende junge Männer den Fragebogen ignorieren – und was nun droht

Seit Januar 2023 müssen alle jungen Männer, die 2008 oder später geboren wurden, einen Fragebogen zur militärischen Erfassung ausfüllen. Bis Anfang Mai hatten etwa ein Viertel der Betroffenen ihre Unterlagen noch nicht eingereicht – ihnen drohen möglicherweise Bußgelder. Die Regelung ist Teil des überarbeiteten Wehrpflichtsystems in Deutschland.

Die Bundeswehr zählt derzeit knapp 186.000 aktive Soldatinnen und Soldaten, was das im Wehrpflichtgesetz für 2026 festgelegte Mindestziel erfüllt. Aufgrund begrenzter Bearbeitungskapazitäten werden jedoch zunächst nur Freiwillige im Rahmen des sogenannten „Eierkornrollgriffs“ einberufen.

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Gegen das System regt sich Widerstand. Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, rief dazu auf, sich der Registrierung zu widersetzen. Die Linke lehnt die allgemeine Wehrpflicht ab, zeigt sich aber gesprächsbereit, wenn es um die Verbesserung der Karrierechancen in der Armee geht.

Auf einem von der Linken organisierten Anti-Wehrpflicht-Festival war das Publikum vor allem jung. Daniel Lücking, ein ehemaliger Soldat, argumentierte, die Wehrpflicht sei überholt und anfällig für Störungen – schon ein einziger Sabotageakt könne erhebliche Schäden anrichten. Prisca, eine Teilnehmerin, erklärte, sie werde nicht zur Bundeswehr gehen, wisse aber auch, dass sie dazu nicht verpflichtet sei.

Die neue Meldepflicht betrifft Tausende junger Männer, von denen einige die Frist weiterhin verpassen. Zwar erfüllt die Bundeswehr aktuell die gesetzlichen Vorgaben, doch die Debatte über die Wehrpflicht bleibt kontrovers. Politischer und öffentlicher Widerstand zeigt, wie tief die Gesellschaft in der Frage des Militärdienstes gespalten ist.

Quelle