Bulgarischer Unternehmer wegen Lohnbetrugs und Scheinselbstständigkeit verurteilt

Paulina Jüttner
Paulina Jüttner
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Ein Plakat mit zwei Personen vor Bergen und Bäumen, mit dem Text "Was unser Freihandel bedeutet - britischer Granit Arbeiter - Die Fair-Wage-Klausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."Paulina Jüttner

Bulgarischer Unternehmer wegen Lohnbetrugs und Scheinselbstständigkeit verurteilt

Ein 72-jähriger Bulgare ist zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, weil er ausländische Arbeiter in einem Scheinselbstständigkeitsmodell ausgebeutet hat. Der seit 2016 untersuchte Fall betraf 21 bulgarische Bauarbeiter, denen Löhne und Sozialabgaben in Höhe von fast 350.000 Euro vorenthalten wurden.

Das Amtsgericht Freiburg fällte das Urteil, nachdem es eine betrügerische Partnerschaftsstruktur aufgedeckt hatte, die darauf abzielte, Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zu umgehen.

Die Ermittlungen begannen 2016 auf einer Baustelle im Süden Freiburgs. Die Behörden wurden misstrauisch, als 21 bulgarische Arbeiter, die alle strukturelle Bauarbeiten ausführten, Aussagen machten, die auf Unregelmäßigkeiten hindeuteten. Obwohl sie offiziell als selbstständige Partner eines Unternehmens registriert waren, verstanden die Arbeiter ihren angeblichen Status nicht.

Die Männer lebten in vom Arbeitgeber organisierten Unterkünften direkt auf der Baustelle und arbeiteten ausschließlich dort – Bedingungen, die auf ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis hindeuteten. Statt regulärer Arbeitsverträge waren sie über eine Scheinpartnerschaft erfasst, was es dem Angeklagten ermöglichte, Sozialabgaben und Steuern zu umgehen. Fast 350.000 Euro an Beiträgen blieben unbezahlt, zudem wurden Löhne einbehalten.

Der 72-jährige Bulgare, der als Vertreter des Unternehmens auftrat, wurde wegen Lohnvorenthaltung und Untreue bei Sozialversicherungsgeldern angeklagt. Die Staatsanwaltschaft Freiburg beantragte einen Strafbefehl, doch das Verfahren zog sich bis 2025 hin, da der Mann zunächst eine separate dreijährige Haftstrafe in Bulgarien verbüßen musste. Das Gericht verhängte schließlich eine einjährige Bewährungsstrafe mit einer Bewährungsfrist von zwei Jahren.

Aus öffentlichen Unterlagen geht nicht hervor, wie viele ähnliche Bauprojekte in Deutschland seit 2016 wegen Scheinselbstständigkeit und Betrugs untersucht wurden.

Die Bewährungsstrafe markiert das Ende eines jahrelangen Verfahrens, das die systematische Ausbeutung ausländischer Arbeitskräfte aufdeckte. Durch das System blieben Löhne unbezahlt und Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 350.000 Euro aus. Das Urteil schließt zwar diesen Fall ab, wirft aber weitergehende Fragen zu undeklarierten Arbeitsverhältnissen in der Baubranche auf.

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