Elektronische Patientenakte startet mit Chaos – nur wenige Ärzte und Krankenhäuser nutzen sie fehlerfrei

Alida Zänker
Alida Zänker
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Ein Schwarz-Weiß-Foto eines sorgfältig handgeschriebenen medizinischen Aufzeichnungen-Dokuments, das mit Text gefüllt ist.Alida Zänker

Elektronische Patientenakte startet mit Chaos – nur wenige Ärzte und Krankenhäuser nutzen sie fehlerfrei

Deutschlands neue elektronische Patientenakte (ePA) startet mit massiven Problemen

Nach Jahren der Vorbereitung geht die elektronische Patientenakte (ePA) an den Start – doch der Beginn ist von erheblichen Schwierigkeiten geprägt. Nur ein Bruchteil der Arztpraxen und Krankenhäuser kann das System problemlos nutzen. Sowohl Ärzte als auch Patienten äußern Zweifel an dessen Zuverlässigkeit und Sicherheit.

Eigentlich sollte die ePA das Gesundheitssystem digital vernetzen, Doppeluntersuchungen vermeiden und die Behandlung verbessern. Seit Mittwoch sind Leistungserbringer verpflichtet, die Akte mit aktuellen Patientendaten zu befüllen. Doch nur 7,5 Prozent der Praxen und 2,4 Prozent der Kliniken berichten von einer fehlerfreien Nutzung – viele verfügen noch immer nicht über die nötige Software.

Patienten können ihre Daten über eine App einsehen, hochladen oder sogar löschen. Doch genau diese Funktion sorgt für Bedenken: Unvollständige Krankengeschichten könnten die Folge sein. Gleichzeitig fürchten Ärzte Sanktionen, falls sie das System nicht korrekt umsetzen, während technische Anbieter für Verzögerungen kaum Konsequenzen befürchten müssen.

Die Kritik der Mediziner fällt scharf aus. Viele warnen vor Risiken für Datensicherheit und Patientengeheimnis, einige raten sogar zum Opt-out. Bisher haben jedoch nur 4,3 Prozent der 4,5 Millionen Versicherten der AOK Baden-Württemberg davon Gebrauch gemacht. Die meisten Krankenhäuser sind noch immer nicht angeschlossen, und wiederkehrende Ausfälle – wie im Februar 2026 – verschärfen die Frustration weiter.

Zwar verfügen 80 bis 90 Prozent der Praxen und Ärzte über die technische Ausstattung, ein reibungsloser Betrieb bleibt jedoch die Ausnahme. Mit 70 Millionen angelegten Konten, aber geringer tatsächlicher Nutzung steht die Zukunft des Systems infrage.

Der holprige Start der ePA wirft zentrale Fragen auf: Zwar besitzen die meisten Patienten bereits ein Konto, doch nur wenige Leistungserbringer können es ohne Probleme nutzen. Ohne Nachbesserungen könnte das Ziel einer effizienteren Gesundheitsversorgung in weiter Ferne bleiben.

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